4 KURZE HORRORGESCHICHTEN

Pünktlich zum neuen Jahr habe ich mir vier kurze Horrorgeschichten einfallen lassen. Die Texte gibt’s auch zum Mitlesen auf meinem YouTube-Kanal. Ich würde mich über Unterstützung freuen, sollten euch meine Texte gefallen. Jetzt aber: viel Spaß!

I.

Es ist beunruhigend, wenn man in der Früh aufwacht, auf sein Handy blickt und Bilder von sich beim Schlafen entdeckt. Es ist noch beunruhigender, wenn man alleine lebt.4d3d7bb0e1ddc085a3c23e1e1745c91a.jpg

II.

Ich schlage die Augen auf. Es ist 0:17 und etwas ist anders. Die Matratze ist eiskalt, mein Gehirn pocht so stark, dass ich es spüren kann. Noch bevor ich etwas sehe oder höre, reiße ich meinen Kopf zur Tür. Intuition. Ich habe eine dieser alten, fast schon morschen Holztüren, denen man ansonsten nur im Süden Amerikas begegnet. Meine Mutter findet sie schön, ich finde sie beängstigend.

Die Tür knarrt. Ich setze mich auf. Mein Herz schlägt, schläg schlägt, die Finger kralle ich in meine Matratze.

„Hallo?“ Meine Stimme klingt noch brüchiger als sonst. Wer ist da? Ich bin allein zuhause, meine Eltern kommen erst Übermorgen vom Urlaub zurück. „Hallo, ist da jemand?“ Die Tür knarrt erneut. Es gibt einen Ruck, dann höre ich das Quitschen der Scharniere. Ich setze mich auf, versuche so viel wie möglich zu sehen, ohne mich mit dem Rücken von der Wand zu entfernen. Ich warte ein paar Momente. Eins…zwei…drei…vier…fünf… Nichts passiert …sechs…sieben…acht…neun…

Die Tür schwingt auf unter lautem Krachen und Quitschen. Ein Gesicht schiebt sich…nein, kein Gesicht: Eine Fratze. Ein Kopf, wie aus Schlamm, mit Augen wie aus brennenden Murmeln. Das Geschöpf reißt den Mund auf, so als ob es etwas sagen wolle. Sattdessen springt es in die Höhe, die spinnenartigen Beine zieht es hinter sich her wie ein Grashüpfer. Dann – aus.

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Ich schlage die Augen auf. Schweiß läuft über meine Stirn und meine Brust hebt und senkt sich rasant. Ich setzte mich auf und starre in die Dunkelheit meines Zimmers. Nur zwei fahle Lichtquellen erlauben miretwas zu sehen: Der schmale Spalt zwischen Tür und Rahmen, sowie das Leuchten des Weckers. Ich schließe die Augen. Ein Traum! Ganz ruhig, Marie – ein Traum. Ich öffne die Augen und streiche mir durch die Haare. Nur ein blöder Traum. Ich welze mich zur Seite und blicke auf den Wecker. Es ist 0:17. Plötzlich beginnt die Tür zu knarren.

III.

Der gestrige Abend war eigenartig. Es kommt selten vor, dass ich Männer von Clubs mit nachhause nehme, doch entweder hatte ich gestern zu viel getrunken oder dermysteriöse Mann war wirklich so charismatisch wie ich ihn in Erinnerung habe. Auf jeden Fall verbrachten wir die Nacht zusammen, dieser merkwürdige, hochgewachsene, bleiche Mann im Anzug und ich. Er war ein guter Liebhaber, wenn auch mit speziellen Fetischen: Ich kann mich erinnern, dass er sich immer wieder zu meinem Hals beugte und darauf herumschleckte. Außerdem bestand er darauf die Vorhänge so ordentlich wie möglich zu schließen – im Falle, dass er einschlafe, wie er sagte.

plasma-2753321_1920.jpgAls ich heute Morgen aufwachte spürte ich zwei Stichwunden an meinem Hals. Vermutlich Motten! Ich stand auf und ging ins Bad. Der Spiegel stand vor mir. Ich sah das Bad. Ich blinzelte mit den Augen, zwickte mir in den Arm: Immer noch sah ich das Bad. Nur das Bad. Mich sah ich nicht.

IV.

Ich ziehe es vor bei kompletter Dunkelheit zu schlafen. Deshalb schmiss ich die Decke beiseite und schlich, auf nackten Fußsohlen, aus dem Zimmer. Ich hielt mich mit einer Hand am Geländer fest, während ich die kalten Holzstufen hinunterging. Ein leichtes Drücken auf den Lichtschalter und schon umgab mich komplette Dunkelheit. Ich atmete einmal fest aus, dann ein. Die Treppen kamen mir nun noch kälter vor, meine nackten Sohlen schmerzten fast schon. Immer wenn ich den Fuß hob, hatte ich das Gefühl, er würde aufgehalten werden. Von einem Widerstand, niedriger als von Spinnweben auf menschlicher Haut. Es war eher wie eine geistige Kraft, die mich…

scary-pictures-on-dumpaday-3RUMMS! Mein Bein sauste nach unten. Ich spürte wie einzelne, eiskalte und schmutzige Finger mich nach unten, durch die viel zu schmale Spalte zwischen den Treppen drückten. Ich schrie, dann ergriffen zehn weitere Finger meinen anderen Fuß und ich spürte einen heftigen Ruck.

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